Man könnte viele Arten die Welt und das Leben zu verstehen, die man landläufig für diagnosewürdige psychische Störungen hält, pragmatisch als einen Mangel an Kreativität verstehen. Denn psychische Probleme lassen sich gerade daran festmachen, dass stur – man kann sich ja nicht irren! – immer wieder dieselben Gedanken und Gefühle Beachtung finden, die nicht zum gewünschten Ziel führen.
 

 

Eine typische Denkblockade, also Ernst, wäre:

Eigentlich müsste ich perfekt sein. Ich habe aber in meinem Leben so viel falsch gemacht, dass ich mich schämen muss. Ich bin deshalb für mich und für andere ein Versager. Wenn ich ab jetzt etwas richtig machen würde, dann ist das im Verhältnis zu meinen Fehlern so geringfügig, dass es nicht ins Gewicht fällt. Mir fehlt außerdem die Kraft, mein Problem zu beheben. Wenn ich auch nur versuchen würde meine Fehler zu beheben, würde ich mich vor mir und anderen lächerlich machen. Weil ich nicht perfekt sein kann bleibt nur schweres Leiden übrig. Dieser Zustand wird oft von somatoformen Störungen begleitet: Herzklopfen, Bluthochdruck, Schwindel etc. und Todesangst.

Kreativität und Inspiration

Kreativität und Ihre Schwester Inspiration zeichnen sich dagegen durch flexibles und einfallsreiches Denken aus, durch das unbekümmerte Ausprobieren von neu Erdachtem, neuen Wegen und Vorgehensweisen, die nicht ausgeschildert oder von den Autoritäten unserer sozialen Wirklichkeit als Wahrheit gesetzt sind: davon gibt es eine große Vielzahl, wahrscheinlich mehr als die Anzahl von Menschen auf diesem Planeten! Kreativität endet nicht im Nirgendwo, da, wohin uns Gedankenschleifen, Dramatisieren und Leiden führen. Kreativität und Inspiration führen zu alternativen Problemlösungen, die nützlich sind, angemessen, und sogar einen allgemein ästhetischen Charakter haben und sie geben einem den Spielraum, den man zu einem gedeihlichen Leben braucht.

Ernst

Die Ungereimtheiten unseres Lebens sind für uns tierisch ernst, und deshalb werden Fehler mit Schuld, Scham und Versagensängsten in Verbindung gebracht. Man meint, es würde eine perfekte Welt existieren, an der man sich messen muss. Weil man dieser Welt nicht genügen kann, so meint man, muss man sich aus Enttäuschung noch gehörig unter Druck setzen, damit durch ein ungeduldiges Hau-Ruck-Verfahren endlich etwas in die gewünschte Richtung läuft. Jetzt ist das Puzzle fast fertig, wir haben uns veritabel angestrengt und richtig verausgabt. Aber leider passiert jetzt nichts, was uns weiterbringt. Wir stecken stattdessen entkräftet fest – und wiederholen diese Vorgehensweise.

Die Lösung

Gedankenschleifen – in der Psychologie nennen wir sie Rationalisierungen – haben nur Einfluss, wenn wir uns schlecht fühlen. Jeder weiß doch, die größten und tiefgreifendsten Erkenntnisse sind uns erfahrungsgemäß ziemlich schnuppe, wenn es uns richtig gut geht und wir gut gelaunt sind: Dann lassen wir den lieben Gott gern einen guten Mann sein – und unter diesen Umständen verlieren die Gedankenschleifen ihre Überzeugungskraft!

Die Lösung ist also Unbeschwertheit, leichtes und kreatives Handeln, mit der Hand am Arm, mit den Gedanken bei der Sache und dem Herz am rechten Fleck. Das ist die Basis für psychologische Selbstregulation! Wenn Sie diese Art zu leben wieder kultivieren, dann kommt ihr Leben wieder in Schwung.

Wenn Ihnen die Hinweise in meinem Beitrag nicht weiterhelfen, kann ich Ihnen professionell helfen, ohne Anstrengung in die entsprechende Stimmung zu kommen. Es gibt immer einen guten Weg!